Hier ein kleiner Ausschnitt aus einigen unserer Ausstellungstafeln:
Wissenschafts-Kooperation
Namibia ist seit langem Gegenstand vieler wissenschaftlicher Arbeiten und Forschungsprojekte an deutschen Hochschulen. Insbesondere Geografie, Geologie, Ethnologie, Flora und Fauna sind „klassische“ Themenfelder. Soziologische, historische und wirtschaftliche Fragestellungen sind in letzter Zeit vermehrt hinzu gekommen.
Hochschul-Kooperationen
Schon vor der Unabhängigkeit hatte sich speziell die Universität Bremen für Namibia engagiert und besonders die Unabhängigkeitsbewegung Swapo auf verschiedenen Feldern unterstützt.
Nach der Unabhängigkeit entstand in Windhoek die University of Namibia (UNAM). Mit ihr schlossen mehrere deutsche Universitäten und Fachhochschulen Kooperationsverträge, wie z.B. die Universität Bremen, die Ruhr-Universität Bochum und die Hochschule für Wirtschaft und Technik (FH) Dresden.
Im Rahmen dieser Kooperationen sind z.B. Angehörige deutscher Hochschulen an der UNAM tätig und werden gemeinsame Projekte durchgeführt.
Deutsche Projekte
Mehrere wissenschaftliche Großprojekte deutscher Hochschulen und Institute haben Namibia zum Inhalt oder sind mit dem Land verbunden. Wir nennen hier drei Beispiele.
ACACIA
„Arid Climate, Adaption and Cultural Innovation in Africa“ ist der internationale Titel des multidisziplinären Sonderforschungsbereichs 389 „Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika“ an der Universität Köln.
Er wurde 1995 etabliert und ist maßgeblich finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit Zuwendungen der GTZ und des Landes Nordrhein-Westfalen. Hier arbeiten sieben Institute der Universität Köln zusammen auf den Gebieten: Afrikaforschung, Ägyptologie, Botanik, Geographie, Geschichte, Linguistik, Ur- und Frühgeschichte, Sozial- und Kulturanthropologie.
Zentrales Thema ist die historische Entwicklung Afrikas während der letzten 12.000 Jahre mit besonderem Blick auf die Wechselwirkungen zwischen den Menschen und Umweltveränderungen. Forschungsbereiche sind die ariden Zonen im nordöstlichen (Ägypten, Sudan) und südwestlichen Afrika (Namibia).
Speziell in Namibia und einigen angrenzenden Gebieten geht es um die historische Entwicklung von Umwelt, Besiedlung und Sprache sowie um Landnutzung und Überlebensstrategien in der Region. (www.uni-koeln.de/inter-fak/sfb389/)
H.E.S.S.
„High Energy Stereoscopic System“ ist der volle Name dieses hochspezialisierten Systems der Hochenergie-Gamma-Astrophysik. Es wird wegen der besonders geeigneten atmosphärischen und klimatischen Bedingungen in Zentralnamibia installiert, in der Nähe des Gamsbergs.

Träger ist das Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg in Kooperation mit 80 Wissenschaftlern aus acht Ländern.
Mit derzeit vier abbildenden Cherenkov-Teleskopen wird das nichtthermische Universum mit hochenergetischer Gammastrahlung erforscht. Vereinfacht gesagt, erzeugt diese Strahlung beim Eintreten in die Erdatmosphäre extrem kurze kaskadenartige Lichtblitze, die mit diesem weltweit modernsten System seiner Art in einer noch höher entwickelten Form als bisher erfasst und analysiert
werden können. Damit lassen sich besondere Strahlungsquellen im Universum orten und untersuchen wie z.B. Supernovae, Pulsare, Galaxien-Haufen oder Binäre Sterne, ebenso lässt sich indirekt die Intensität extragalaktischer Infrarotstrahlung ermitteln. Dies führt zu weiteren Erkenntnissen über die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Galaxien im Universum.
Jedes einzelne Teleskop besteht aus segmentierten Spiegeln mit 13m Durchmesser, einer Spiegelfläche von 108m² und einer extrem lichtempfindlichen und schnellen elektronischen Kamera. Im Dezember 2003 nahm die erste Ausbaustufe von H.E.S.S. mit vier Teleskopen den Betrieb auf. Bereits im März 2004 wurde eine neue hochenergetische Gamma-Strahlung des binären Pulsar PSR 1259-63 entdeckt. (www.mpi-hd.mpg.de/HESS)