Hier ein kleiner Ausschnitt aus einigen unserer Ausstellungstafeln:
Kulturaustausch: Literatur
Literatur zu fördern, haben sich Deutschland und Namibia im Kulturabkommen verpflichtet. Schon jetzt ist die Fülle an schöngeistiger, wissenschaftlicher und Fachliteratur im deutsch-namibischen Kontext kaum noch überschaubar. Verlage und Buchhandlungen haben sich darauf spezialisiert. Buchmessen besetzen das Thema und nicht wenige Schriftsteller und Autoren sind Grenzgänger zwischen beiden Ländern. Zwei Beispiele hierfür aus der Belletristik:
Gerhard Seyfried
Im Februar 2003 las Gerhard Seyfried in der Literaturwerkstatt Berlin zum ersten Mal aus seinem Roman "Herero" und beantwortete Fragen des zahlreich erschienenen Publikums.
Seyfried, geboren 1948, bisher als Cartoonist und Comiczeichner bekannt, wurde auf den Stoff durch eine Namibiareise für das Goethe-Institut aufmerksam. Er hat mehrere Jahre über das Leben der Einheimischen und der Deutschen in den Kolonien recherchiert. In "Herero" erzählt er die Geschichte des jungen Kartographen Carl Ettmann, den es aus dem wilhelminischen Berlin in den kolonialen Traum von Deutsch-Südwestafrika verschlägt - und in den Alptraum des Herero-Aufstandes.
Seyfrieds Anliegen, literarisch ein in breiten Kreisen unbekanntes Kapitel deutscher Kolonialgeschichte ins Bewußtsein zu bringen, sorgt seit Erscheinen des 600-seitigen Romans für Diskussionsstoff sowohl in Deutschland als auch in Namibia.
Giselher W. Hoffmann
Die Geschichte der Völker seines Landes, einschließlich der eigenen deutschsprachigen Bevölkerungsgruppe, ist das große Thema des namibischen Schriftstellers Giselher W. Hoffmann. Geboren 1958, aufgewachsen auf einer Farm im Nordosten des Landes, arbeitete Hoffmann bis 1983 als Berufsjäger, bevor er zu schreiben begann.
Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichung, u.a. die Romane "Im Bunde der Dritte", "Irgendwo in Afrika", "Die verlorenen Jahre", "Die Erstgeborenen", "Die schweigenden Feuer", "Schattenjäger" und "Diamantenfieber". Derzeit arbeitet der Autor an einem Buch über das Schicksal namibischer Kinder, die in der DDR aufwuchsen und nach der Unabhängigkeit nach Namibia zurückkehrten.Für Hoffmann ist Deutschland, sind Kontakte mit deutschsprachigen Schriftstellern interessant und wichtig, wie er selbst betont. So sind seine häufigen Aufenthalte hier, seine Mitwirkung z.B. an Benefiz-Veranstaltungen zugunsten der San, seine Stipendien, u.a. im Künstlerhaus Worpswede, seine persönlichen Kontakte und Gespräche Ausdruck eines lebendigen literarischen Schaffens und eines intensiven deutsch-namibischen Dialogs.